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Sonntagspost

Baby Lifestyle

Die Angst des Versagens

10. Juli 2016

Je näher der Zeitpunkt rückt, an dem ich mein kleines Baby in die KITA geben muss und wieder arbeiten gehen werde, desto mehr Gedanken mache ich mir darüber, ob ich das alles so richtig mache und ob ich in den letzten Monaten versagt habe.

Wenn ich so sehe, dass alle anderen Kinder in Emil’s Alter schon krabbeln, sicher sitzen können und allgemein viel weiter sind, überlege ich mir, ob ich was falsch gemacht habe. Ich weiß, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und er wird schon irgendwann auch sitzen können und mit 1 1/2 können sie alle laufen. Aber natürlich macht man sich als Mama Gedanken, ob es an einem selbst liegen könnte.

Ich hätte sicherlich einiges besser machen können, aber als Erstlings Mama wächst man nun mal mit seinen Aufgaben und keine Frau wird als Mutter geboren. Manchen geht es einfacher von der Hand und manchen, so wie mir, eben nicht. Und doch mache ich mir ganz schlimme Vorwürfe, ob ich als Mama bisher versagt habe.

Ich habe Emil viel geschont, bin viel mit ihm zu Hause geblieben. Es gab in den letzten 10 Monaten eigentlich nur Ihn und mich. Wir haben kaum etwas unternommen, weil ich immer dachte, dass es ihm schnell zu viel wird. Er muss seinen Mittagsschlaf in seinem Bett machen und wenn wir während der Mittagszeit unterwegs sein würden, dann würde es ihm nicht gut tun. Jetzt denke ich, dass es der falsche Weg war. Klar ist es jetzt schwer für Ihn aus seinem Alltag rausgerissen zu werden, weil er es eben nicht anders kennt. So waren wir, seit Emil auf der Welt ist, noch nicht einmal auswärts frühstücken, weil dies immer mit seiner Schlafenszeit kollidiert. Essen gehen mit Kind, das kommt für uns nicht in Frage, da Emil um 18.30 Uhr ins Bett geht und wenn wir mal von der Zeit abgewichen sind, weil wir doch mal zum Familien Geburtstag gefahren sind, der etwas länger ging, dann war die Nacht für’n A****.

In der Schwangerschaft habe ich mir immer geschworen, dass ich eine wirklich gute Mutter für mein Kind sein werde, dass ich viel mit Ihm unterwegs sein würde und ihm die Welt zeigen würde. Doch es kam anders, Zuhause war unsere Comfort-zone, aus der ich nur schwer rauszukriegen war und auch jetzt ist das noch so. Hier stört es keinen, wenn Emil weint, denn hier gibt es nur Ihn und mich.

Tja und nun beginnt in knapp 5 Wochen die Eingewöhnungszeit in der KITA und ich fürchte mich davor. Grundsätzlich glaube ich nicht, dass es Emil dort nicht gefallen wird, er liebt andere Kinder und das Babyturnen findet er toll. Aber ich habe Angst, da er einfach körperlich noch nicht so weit ist. Und ich habe Angst vor meinen Gefühlen, wie ich damit umgehen werde.

So habe ich mir nun vorgenommen in den nächsten Wochen mehr mit Emil zu unternehmen und ihn auch an Abweichungen zu gewöhnen. Spätestens in der KITA wird er damit konfrontiert und ich will ihn zumindest ein bisschen darauf vorbereiten.

Aber die Angst des Versagens bleibt weiterhin, denn mit dem Größer werden beginnt auch die Erziehung und natürlich möchte ich einen tollen Jungen großziehen, der gutes Benehmen hat, sozial veranlagt ist und immer ehrlich ist. Ich weiß, dass ich niemals alles richtig machen werde, aber eins weiß ich, Emil ist das beste was mir je passiert ist und ich werde immer mein letztes Hemd für ihn hergeben und ich kann versprechen, dass ich ihn immer beschützen werde und mit bestem Gewissen für Ihn handeln werde.

Aber das Wichtigste ist, dass ich diesen kleinen Menschen von ganzem Herzen liebe und ihm genau dieses Gefühl geben kann, auch, wenn ich in anderen Dingen vielleicht versagen werde.

 

Der Gewinner des BabyBjörn Gewinnspiels steht fest und es hat eine Instagram Userin gewonnen. nihinaha Herzlichen Glückwunsch!!! Melde Dich bitte per Mail bei mir.

Alle anderen nicht traurig sein, das nächste Gewinnspiel steht schon vor der Tür.