Baby Lifestyle

Rivalität unter Müttern

20. März 2016

Bewusst habe ich den Titel Rivalität gewählt, denn um nichts anderes geht es doch, wenn Mütter anfangen zu vergleichen. Manche schummeln und sind um keine Ausrede verlegen. 

„Ich will ja nicht vergleichen, aber er/sie sollte doch eigentlich schon sitzen können in dem Alter, oder? Wollen Sie das nicht mal abchecken lassen?“

Im Endeffekt geht es doch nur darum, dass diese Mütter hören wollen, wie toll sie Ihr Kind erziehen und mit ihm üben.

Neulich erlebt:

Emil und Ich waren bei der Krankengymnastik, um eine Nackenblockade zu lösen. Unter anderem wurde im gleichen Raum ein weiteres Kind behandelt. Dessen Mutter schaute zu und hielt ein kleines Baby auf dem Arm. Nach kurzer Zeit setzte sie sich zu mir und Emil und begann zu fragen. Ich hatte Emil auf meinem Schoß sitzen und er guckte mal wieder neugierig rum.

Frau: „Wie alt ist Ihrer denn?“

Ich: „ Etwas über 6 Monate“ Dabei legte ich Emil auf dem Bauch auf den Fußboden.

Frau: „Meiner ist 5 Monate. Wie heißt er denn?“

Ich: „Emil, und Ihrer?“

Frau: „XY, Emil sieht aber sehr mickrig aus, bekommt er denn genug zu essen?“

Ich musste schlucken, ich merkte, wie sich meine Gesichtsfarbe verändert und mein Puls schneller schlug.

Frau: „Stillen sie denn gar nicht?“

Dazu sei gesagt, Ihr Sohn sah wirklich sehr sehr groß und schwer aus. Im späteren Gespräch erzählte Sie auch, dass er Größe 62 und 68 übersprungen hatte.

Ich: „Nein, ich stille nicht, aber mein Sohn bekommt definitiv genug zu essen und ist gut entwickelt!“

Frau: „Naja, also ich stille voll und meiner kann ja auch fast schon krabbeln. Aber das sehen Sie ja selbst. Und Emil kann also noch nicht krabbeln. Das wäre doch jetzt mal an der Zeit, oder?“

Ich: „Ich denke, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wenn Emil noch nicht krabbeln will, dann ist das okay. Dafür macht er vielleicht andere Dinge lieber und schenkt diesen mehr Beachtung.“

Mit einem grimmigen Blick habe ich mich in eine andere Ecke gesetzt und auf die Krankengymnastin gewartet

 

ba3ecbccef14-210x157

 

Warum müssen Mütter immer vergleichen? Es geht doch nicht darum, welches Kind zuerst krabbeln, laufen, rennen, lesen, schreiben, etc. kann…

Wichtig ist doch, dass alle Kinder es irgendwann lernen, jedes zu seiner Zeit.

Manche Kinder sind schneller in den körperlichen Aktivitäten, andere Kinder sind wissbegieriger und exakter was das Feingefühl angeht. Aber Fakt ist doch, dass alle Kinder groß werden.

Es ist kein Wettstreit ein Kind groß zu ziehen, anstatt ständig Vergleiche zu ziehen, sollten wir uns mit unseren Kindern beschäftigen und diesen so viel Liebe zukommen lassen, wie es nur möglich ist.

Wir sollten uns unterstützen, helfen und einander verstehen. Wir sollten zusammenhalten, denn wir haben alle eine Gemeinsamkeit, die schöner nicht sein könnte, die Liebe zu unseren Kindern!!!

 

You Might Also Like

8 Comments

  • Reply Nine 20. März 2016 at 8:45

    Boah, wie dreist ist dann denn? Ich finde, man kann schon mal Gewicht vergleichen, spaßeshalber und drüber reden wer was schon kann, aber doch nicht so… nur weil einer das kann, muss der andere das ja nicht. Und ob jemand stillt oder Flasche gibt, darf zum Glück jeder selbst entscheiden bzw. kann man sich ja manchmal nicht aussuchen. So ne doofe Kuh, mal ehrlich…Mir hat letztens ne andere Mutter gesagt, dass ich mich zum Sklaven meines Kindes mache, weil ich ihn nicht zum einschlafen schreien lasse. Ich hab dann gar nichts gesagt, die war mir einfach zu doof.
    Bei solchen Müttern habe ich mit den Kindern Mitleid.

  • Reply Desi 20. März 2016 at 9:05

    Ätzend solche Muttis.. Aber Hey.. Das sind wirklich minderbemittelte Menschen die einen Leid tun können. Gar nicht drüber ärgern..

  • Reply Jessi 21. März 2016 at 6:14

    Liebe Lotti,
    Da hast du absolut Recht! Diese ständige Vergleicherei unter Müttern ist echt nicht schön. Und so sinnlos, erwachsene Menschen vergleicht man ja auch nicht auf diese Art und Weise, obwohl mir ein „In Ihrem Alter sollten Sie doch auch schon über etwas mehr soziale Kompetenz verfügen“ oder „So langsam wäre es doch auch Zeit das Gehorn einzuschalten vor dem Reden“ durchaus auf der Zunge liegt 😉
    Ich finde es schade, wie sehr sich gerade Mütter manchmal gegenseitig unter Druck setzen mit so einem Verhalten. Schon allein die Wortwahl einer fremden Person gegenüber bezüglich ihrem Baby oder Kleinkind finde ich da manchmal echt grenzwertig, ob nun „mickrig“ bei der Krankengymnastik oder „Du bist ja auch ein süßes Dickerchen“ an der Supermarktkasse. Geht alles mal so gar nicht.

    Was allerdings sehr gut geht ist dein Blog. Gerade neu entdeckt für mich und für schön befunden 😉

    Liebste Grüße,
    Jessi

    • Reply lotti 21. März 2016 at 9:09

      Danke Jessi, freut mich, dass er Dir gefällt 🙂
      Grundsätzlich bin ich auch nicht auf den Mund gefallen, was Sprüche angeht, aber in diesem Moment war ich einfach zu sehr geschockt.
      Ich habe mir aber nun Sprüche zurecht gelegt, die ich, falls mir so etwas nochmal passieren sollte, raushauen kann 😉
      LG Christina

  • Reply Inka 21. März 2016 at 8:45

    Wow, das ist ja wirklich unglaublich! Jedes Kind hat doch seine ganz individuellen Fähigkeiten. Die einen laufen früher, die anderen sprechen schneller.

    Besonders das Thema mit dem Stillen hat mir damals sehr zugesetzt, denn bei mir hat es nicht wirklich gut geklappt. Habe mich durch andere Frauen da auch extrem unter Druck gesetzt gefühlt (…“Aber Stillen ist doch das beste für dein Kind!“- Ja, das weiß ich auch!). Wozu eigentlich der Stress? Ich finde, wir Mamas sollten uns alle unterstützen! 🙂 Schön geschrieben! Liebe Grüße, Inka

    • Reply lotti 21. März 2016 at 9:09

      Danke Inka, irgendwann laufen sie alle… 😉

  • Reply Katharina 23. März 2016 at 9:37

    Da verlier ich doch gleich auch wieder die Farbe und zitiere immer wieder gerne „das schlimmste am Mutter werden, die anderen Mütter“ !

    Liebste Grüße

  • Reply Vergleiche, Vergleiche, Vergleiche - lottiundemil.de 12. Mai 2016 at 15:19

    […] ich ja bereits schon in einem anderen Beitrag über die Rivalität unter Müttern geschrieben habe, möchte ich heute noch einmal ausführlicher […]

  • Leave a Reply

    *