Baby Lifestyle

#regrettingmotherhood

25. Mai 2016

Regrettingmotherhood bedeutet im Klartext: Bereuen der Mutterschaft

Mit der Geburt eines Kindes ändert sich vieles, um nicht zu sagen alles. Aber hat man sich nicht bewusst einer Entscheidung gestellt und was noch viel wichtiger ist, eine bewusste Entscheidung getroffen? 

Wir sind als Frauen hierzulande in der Lage freie Entscheidungen treffen zu können und sollten mit diesem Gut bewusst umgehen.

Sarah Fischer, Mutter einer dreijährigen Tochter und die Autorin des Buches „Die Mutterglück Lüge“ bekennt sich öffentlich dazu, Ihre Mutterschaft zu bereuen. Sie sagt, sie wäre, wenn überhaupt, lieber der Vater gewesen, denn der hat eine wundervolle Tochter dazu gewonnen und nicht, wie sie selbst, alles verloren.

Die Frage, die sich mir stellt, ist es nicht ein Widerspruch in sich zu sagen, man liebt sein Kind über alles, aber man bereut es, dass man diesem Kind das Leben geschenkt hat?

Meine Antwort lautet: Ja.

Als Mutter kann man es vielleicht bereuen, wie man die Mutterrolle angenommen hat, wie man eben mit dieser umgeht oder umgegangen ist. Aber auf keinen Fall kann man sein Kind lieben und gleichzeitig dafür „hassen“, dass es das eigene Leben zerstört hat. Denn das ist doch die Kernaussage, die man mit dem Wort „bereuen“ höflich umschreibt.

Wenn ich von mir als Mutter spreche, dann bin ich auch keine von diesen Frauen, die die Mutterrolle in den höchsten Himmel lobt, denn ich bin immer noch ich und habe mein eigenes Leben, neben der Mutterrolle. 

Aber ich bin glücklich mit der Entscheidung die ich (bzw, wir) getroffen habe(n), ich habe mich bewusst für dieses Kind entschieden und wusste natürlich nicht, was da alles auf mich zu kommt und das ist das Einzige, was ich an meiner Mutterrolle bereue, dass ich viel zu blauäugig dort hinein gegangen bin.

Wir haben in Deutschland das Glück, dass wir für unsere Rolle als Mutter das Drehbuch selbst schreiben können. Wir haben die klassische Mutterrolle (Mama bleibt zuhause beim Kind, Vater geht arbeiten) längst hinter uns gelassen, was unlängst nicht nur an der Emanzipation liegt, sondern oft auch an der finanziellen Situation, und das ist auch gut so.

Muss man also die Rolle als Mutter bereuen? Ich denke nicht, denn auch Frau Fischer hätte sich ihr Drehbuch selbst schreiben können.

Wenn sie sagt, sie wäre viel lieber der Vater gewesen, da der ja nichts aufgeben musste, sondern etwas dazu gewonnen hat, dann denke ich, dass sie sich vielleicht den falschen Mann für diese Entscheidung ausgesucht hat, denn auch er hätte sie mehr unterstützen können und dafür sorgen können, dass sie Ihre Mutterrolle genießen kann und Ihr Leben, natürlich mit Abstrichen, weiterleben kann.

Ich habe das Glück einen verständnisvollen Mann an meiner Seite zu haben, der mich in allem unterstützt und der meine Entscheidung, unabhängig der finanziellen Situation, wieder früh arbeiten gehen zu wollen, voll und ganz mitträgt.

Auch Ich gehe nicht zu 100% in der Mutterrolle auf, bin nicht der Typ, der sich anhand des eigenen Kindes auf dem Spielplatz behaupten muss oder ununterbrochen von seinem Kind redet, würde aber niemals soweit gehen und diese Rolle bereuen.

Denn ich bin in der Lage, etwas an meiner Situation zu verändern und dafür zu sorgen, dass ich mich in all meinen Rollen, als Mutter, Frau sowie als Ehefrau, wohlfühlen kann und gerade die Mutterrolle einfach nur genießen kann.

Wie steht Ihr zu dem Thema #regrettingmotherhood? Falls Ihr noch mehr zu dem Thema lesen wollt, dann schaut doch auch mal bei den anderen 3 Mädels Pazi, Katharina und Ari vorbei, die sich auch Ihre Gedanken zu diesem Thema an unserem #MamiMitWort Mittwoch gemacht haben.

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7 Comments

  • Reply Alisa 25. Mai 2016 at 16:48

    Ich finde deine Ansicht toll und sehe es wie du.
    Ich habe auch das Gefühl, dass es ein neuer „Trend“ zu sein scheint, sich als unglückliche Mutter zu outen, weil es dann immer heißt „wow, sie ist mutig und gibt zu, dass es scheiße ist Mutter zu sein.“ Klar, es ist schön, dass wir in einer Zeit leben, in der man offen und ehrlich und ehrlich seine Meinung sagen kann. Aber gerade bei dem Thema Regretting Motherhood kann ich die Argumente gegen diee Mutterschaft nie nachvollziehen.

  • Reply Magdalena 27. Mai 2016 at 8:24

    Hallo, ich habe meine Antwort auch unter die anderen posts geschrieben, denn ich finde sie alle ziemlich eindimensional. Zunächst ist es für ein Kind natürlich später zunächst schlimm zu lesen dass die mutter es bereut Mutter geworden zu sein. Aber wie noch viel schlimmere Sachen in einer Familie wird man auch dies auf- und verarbeiten können, wenn die Familie damit offen und reflektiert umgeht. Und ich denke eine Mutter die sich zu dem drastischen Schritt entschließt diese, ihre Gedanken öffentlich zu machen wird dementsprechend reflektiert sein. Wer weiß zudem ob sie wirklich so heißt und auch wirklich selber öffentlich auftritt?!
    Nun zu dem inhaltlichen. Ich finde es schwierig einen kritischen Artikel zuschreiben mit der Quintessenz dass man es nicht versteht. Das ist für dich/euch persönlich toll, beneidenswert und ich freue mich für euch/dich. Leider ist es nicht immer so einfach. Und es gibt noch viel mehr ebenen und facetten als nur die klassische Rollenverteilung und was dazu gehört. Zu dem möglichen Verlust der eigenen Identität gehört doch noch viel mehr. Ich kann nur von mir schreiben. Ich habe mir mein Kind sehr gewünscht, liebe es abgöttisch und tue alles für sie. Und trotzdem gibt es Abende an denen ich wach liege und mich frage, ob es für mich und mein Leben die richtige Entscheidung wäre, und dass ich vielleicht mit meinem jetzigen wissen eine andere getroffen hätte. Eben WEIL ich sie so sehr liebe. Ich habe so wahnsinnige Angst nicht gut genug aufzupassen, dass ihr was passieren könnte, dass ich ihr nicht 100% gerecht werden könnte, dass es ihr an etwas fehlen könnte. Vor allem die Sorge ist eine Belastung, und sie wird niemals aufhören. Dazu kommt für mich dass es mir einerseits wahnsinnig fehlt zeit für mich, geschweige denn für meinen Partner zu haben. Aber dabei steht mir meine wahnsinnige sorge im weg, sodass ich sie nicht abgeben kann. Und in diesem Dilemma gehe ich als Person, Identität halt unter. Und wenn ich mir vorstelle dass ich NIE wieder so Selbstbestimmt und „verantwortungsfrei“ Leben kann bedrückt mich das etwas. Ich hoffe einfach dass es sich irgendwann einspielt und einfacher wird. Und genau daran hab ich vorher nie gedacht. Es ist nicht der schlafmangel (ich habe seit 18 Monaten nie mehr als 3 Stunden am Stück geschlafen), meine berufliche oder finanzielle Situation oder sonst irgendwelche äußerlichen Faktoren von denen ihr schreibt, damit kann und „muss“ man irgendwie umgehen. Es ist das, was die Geburt und das Leben mit Kind mit der eigenen Identität macht. Und darum ist es auch einfach falsch dass ein bereuen etwas mit der liebe zum Kind zu tun hat bzw diese irgendwie schmälert. Im Gegenteil. Und man sich selber oft genug für diese Gedanken in Frage stellt. Daher würde ich mir wünschen dass mit diesem Thema sensibler und differenzierter umgegangen wird. Und nicht immer diese „falsch“ und „unverständlich“ Keule geschwungen wird. Es ist einfach eine facette von Mutterliebe. Eine schwierige.

    Sorry für diesen langen Text.
    Alles gute, Magdalena

    • Reply lotti 27. Mai 2016 at 14:14

      Liebe Magdalena,
      Sarah Fischer ist in der Öffentlichkeit gewesen und hat auch die Kernaussagen Ihres Buches in der Talkshow von Markus Lanz vertreten.
      Ich denke, dass jede Frau für sich verantwortlich ist und sich nicht in irgendwelche Rollen drängen lassen muss, das wollte ich mit meinem Beitrag ausdrücken und auch Du kannst dafür sorgen, dass Du auch noch ein eigenes Leben führen kannst. Du sagst ja selbst, dass Du Dir vielleicht selbst im Weg stehst.
      Auch ich zweifle meine Entscheidungen manches mal an und gehe nicht vollkommen in der Mutterrolle auf, aber niemals sollte man als Mutter soweit gehen und es bereuen. Meiner Meinung nach kann man sein Kind nicht wirklich lieben, wenn man es bereut, es in die Welt gesetzt zu haben.
      Aber jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern und ich bin Dir dankbar, dass Du einen so langen Kommentar verfasst hast und Dir die Mühe gemacht hast, uns deine Meinung so detailliert zu erklären!

      Vielen Dank und alles Gute!

      Christina

      • Reply Magdalena 27. Mai 2016 at 22:02

        Danke dass du mir so ausführlich geantwortet hast. Ich habe erst durch euch von der Autorin erfahren, werde mir das gleich mal anschauen und etwas reinlesen. Als ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, ging dies von der Studie in Israel (ich glaube dort war es) aus und es ist bestimmt schon ein Jahr her. Und die Aussagen die ich dort vernommen habe und die ich mit meinem Kommentar andeute (ich würde bei mir nicht von Reue sprechen, ich definiere das für mich anders), haben nach meiner Auffassung immer ausgesagt dass die Frauen die Mutterschaft bereuen, aber nicht das Kind selbst. Ich finde das ist ein riesiger Unterschied. Jedenfalls nach meinem Verständnis.
        Ich könnte noch ewig darüber debattieren, habe mich damals sehr viel damit beschäftigt. Lasse es aber und wünsche euch einen schönen Abend 😉

        • Reply lotti 8. Juni 2016 at 9:52

          Das ist auch ein Thema, da gibt es einfach kein Diskussion-Ende, da jeder seine eigene Meinung dazu hat und diese sicherlich auch reflektieren kann. Das macht dieses Thema für mich sehr spannend.
          Liebe Grüße, Christina

  • Reply Ann-Christin 2. Juni 2016 at 12:02

    Hallo liebe Christina und auch an dich, Magdalena. Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema gerade so in „Mode“ ist und jeder nun darüber reden muss. Aber ist es mit dem Mutter-sein nicht wie mit allen Dingen im Leben? Es kommt darauf an, wie man selber damit umgeht und wann man bereit ist, etwas an der Situation zu ändern. Bin ich unzufrieden mit meiner Mutterschaft und dass sie mir die selbstständigkeit nimmt, dann muss ich es ändern: Mein 3-jähriger raubt mir zur Zeit auch den letzten Nerv, hängt nur an meinem Bein und alles, was ich mache, ist verkehrt und wird mit Gekreische aus der Hölle kommentiert. Natürlich nervt es mich und ich wünsche mir mal Zeit zum Atemholen ganz allein, aber ich kann es noch aushalten. Geht das nicht mehr, muss ich Möglichkeiten suchen, wie ich das ändere: Babysitter bestellen, dem Vater deutlich machen: ich kann nicht mehr, du bist dran oder Ähnliches. Ich finde, als Mutter ist man ja auch noch ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und das ist für Kinder auch vollkommen ok. Das Wichtigste, was man ihnen mitgeben kann, ist das Gefühl von Liebe und Wärme, dieses Urvertrauen kann ihnen keiner mehr nehmen. Und beim zweiten Kind ist es auch alles nicht mehr so wild, jedenfalls ist es bei uns so. Es ruckelt sich schon alles zurecht und bloss nicht immer so ernst sein… liebe Grüße, Ann-Christin

    • Reply lotti 8. Juni 2016 at 9:50

      Liebe Ann-Christin, ich sehe es da wie Du! Vielen Dank für deine Meinung!!

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