Baby Schwanger

Mama gegen Papa

23. Mai 2016

Schon in der Schwangerschaft besteht ein unbewusster Konkurrenzkampf zwischen Mama und Papa. Oftmals fühlt sich der werdende Papa nicht mit eingeschlossen in diese aufregende Zeit. Die Mutter hat das Baby für sich ganz alleine, spürt ab einem gewissen Zeitpunkt die ersten Tritte und erlebt das ungeborene Kind schon ganz bewusst. Die Bindung zwischen Kind und Mutter ist von Anfang an ganz besonders und der Papa teilweise außen vor.

Wir haben dem von Beginn an entgegen gewirkt, indem mein Mann jeden Abend meinen Bauch eingeölt hat und Emil somit auch schon seine Nähe spüren konnte. Leider war es uns nur selten möglich die Arzttermine beim Frauenarzt gemeinsam wahrzunehmen, was ich im Nachhinein sehr schade finde. Trotzdem habe ich jedes Mal, nachdem ich beim Arzt war, einen aktuellen Bericht erstattet und Fotos vom Ultraschall geschickt oder auch später Videos vom CTG.

Bei vielen Paaren entsteht schon hier ein Machtkampf, Väter werden teilweise sogar eifersüchtig, bis zu einem gewissen Grad kann ich das nachvollziehen, aber auch, wenn er das Kind nicht so spürt, wie die Mutter, ist er doch der Wichtigste Part neben der Mutter. Es ist ein Zusammenspiel, im Team, nicht gegeneinander.

Mit der Geburt, sofern man sich für das stillen entscheidet, kommt der nächste Grund für die Eifersucht. Das stillen ist ein sehr intimer Moment zwischen Mama und Kind, ich habe es auch sehr genossen, obwohl es leider nur für kurze Zeit ging und ganz schön viele Schwierigkeiten mit sich brachte. Der Papa kann nun mal nicht stillen, aber trotzdem kann er genau so viel Nähe zum Kind aufbauen, wie die Mutter. Indem er andere intime Aufgaben, wie das wickeln, übernimmt und auch sonst dem Kind viel Nähe gibt.

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Emil fühlte sich bei uns beiden immer sehr wohl, Hauptsache einer von uns war für ihn da.

Als Emil dann nicht mehr gestillt wurde und mit der Flasche gefüttert wurde, übernahm mein Mann, sobald er zuhause war, oftmals diese Aufgabe und hat es, sofern ich das beurteilen kann, auch sehr genossen. Und für mich bedeutete das, dass ich nachts auch mal liegen bleiben durfte und er die nächtliche Raubtier-Fütterung übernahm.

Als es dann soweit war, dass Emil in seinem eigenen Zimmer schlief und zu geregelten Zeiten ins Bett ging, haben wir uns auch mit dem Abendritual abgewechselt. Eine Zeit lang war es allerdings so, dass Emil sich hat ausschließlich von mir ins Bett bringen lassen und egal was mein Mann versuchte, er brachte Emil nicht zum schlafen. Trotzdem haben wir es immer wieder versucht. Irgendwann klappte es super und er ließ sich von uns beiden ins Bett bringen, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, da ließ er sich dann nicht mehr von mir ins Bett bringen und es gelang ausschließlich meinem Mann. Das war für mich tatsächlich nicht so einfach, ich fühlte mich irgendwie überflüssig und auch verletzt. Ich habe mir tierisch viele Gedanken darüber gemacht, ob es an mir liegt, ob er vielleicht zu viel Zeit am Tag mit mir verbringt und mich dann abends einfach nicht mehr sehen kann. 

Aber mittlerweile kann man erkennen, dass Emil einfach seine Phasen hat. Manchmal möchte er lieber den Papa und manchmal lieber mich und das ist okay so. Denn eigentlich finde ich es total toll, dass Emil sich so gut mit seinem Papa versteht und die beiden wirklich ein Herz und eine Seele sind. Man könnte fast behaupten, dass Emil ein totales Papa-Kind ist und das finde ich gut. 

Als ich schwanger war und wir wussten, dass Emil ein Junge wird, haben immer alle gesagt, dass Jungs die absoluten Mama-Kinder seien, das hat sich bei uns auf keinen Fall bestätigt. Da sieht man mal wieder, das meiste was man gesagt bekommt, trifft einfach gar nicht zu, da alle Kinder Individuen sind und jedes Kind seinen eigenen Kopf hat.

Ich bin also sehr froh, dass zwischen meinem Mann und mir nie ein Machtkampf geherrscht hat und wir wirklich gut im Team zusammen arbeiten. So habe ich es mir vorgestellt und so klappt es bei uns am Besten. 

Wie ist es bei Euch? Gibt es Eifersucht bei Euch, wenn es um die Kinder geht?

 

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