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Krebsvorsorge bei Frauen – unangenehm aber Pflicht!

31. Januar 2017

Im Jahre 2012 erhielten ca. 69.550 Frauen in Deutschland die Erstdiagnose Brustkrebs, hinzu kommen ca. 5500 Frauen mit einem Tumor in situ (Vor- oder Frühform von Brustkrebs).

Ca. 12 von 100.00 Frauen erkranken pro Jahr an einem Ovarialkarzinom, dem Eierstockkrebs.

An Zervixkarzinomen (Gebärmutterhalskrebs) erkranken pro Jahr in Deutschland ca. 13 von 100.000 Frauen.

Auf den ersten Blick sieht es vielleicht gar nicht so viel aus, aber meiner Meinung nach ist jede Krebserkrankung zu viel und wir können selbst einiges dafür tun, eine eventuelle Krebserkrankung früh zu erkennen und somit auch behandeln zu können.

Einmal im Jahr übernehmen die Krankenkassen eine Krebsvorsorgeuntersuchung für Frauen ab 20 Jahren beim Frauenarzt.

Die Krebsvorsorge ist enorm wichtig und deshalb solltet Ihr regelmäßig zu den Untersuchungen beim Frauenarzt gehen, auch wenn es unangenehm ist.

Diese beinhaltet die Untersuchung der Geschlechtsorgane sowie der Brust, wobei gesagt werden muss, dass die Untersuchung der Brust eigentlich erst ab einem Alter von 30 Jahren zu den bezahlten Leistungen der Krankenkassen gehört.

Untersuchung der Geschlechtsorgane:

  • Anamnese (eventuelle Beschwerden)
  • Gynäkologische Tastuntersuchung
  • Abstrich und Pap-Test (Gewebsentnahme des Gebärmuttermundes und Gebärmutterhalses)
  • Beratung

Untersuchung der Brust:

  • Abtasten der Brustdrüsen und der dazugehörigen Lymphknoten
  • Anleitung zur Selbstuntersuchung
  • Beratung
  • Mammografie (ab einem Alter von 50 Jahren bekommen Frauen alle 2 Jahre eine Einladung in ein zertifiziertes Mammographie-Screening-Center, dort wird eine Röntgen-Untersuchung der Brust durchgeführt.)

Warum ich Euch das jetzt alles erzähle? Weil es mir eine Herzensangelegenheit ist und wir, dank der modernen Medizin, heutzutage im Stande sind, früh erkannte Krebserkrankungen gut behandeln zu können. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass wir für unseren Körper selbst verantwortlich sind und gut auf uns aufpassen sollten, denn wir haben nur den einen.

Das Zervixkarzinom verzeichnet einen Rückgang der Neuerkrankungen, was nicht zuletzt der möglichen HPV-Impfung zu verdanken ist. Zur Erklärung: HPV = Humane Papillomviren , die für eine Infizierung verantwortlichen Viren, die als Spätfolge den Gebärmutterhalskrebs hervorrufen können.

In Deutschland wird von der ständigen Impfkommission (STIKO) eine Impfung für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren empfohlen, da in diesem Alter die Möglichkeit der Infizierung noch sehr gering ist.

Mit der jährlichen Tast- / Abstrich- und Pap- Untersuchung können wir ebenfalls für eine Früherkennung der Infizierung sorgen und somit auch eine eventuelle Krebserkrankung vermeiden, denn in ca. 70% der Zervixkarzinome sind die HP Viren für die Krebserkrankung verantwortlich.

Für das Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) gibt es hingegen leider keine anerkannte Früherkennungsmethode und auch auf Frühsymptome wartet man vergeblich. Anerkannt heißt hier allerdings nicht unmöglich, lediglich die Kosten werden von den Krankenkassen nicht getragen. Ein vaginaler Ultraschall ermöglicht den Ärzten eine Sicht auf die Geschlechtsorgane, wie Eierstöcke und Gebärmutter. Während dieser Untersuchung gibt es die Möglichkeit Tumore festzustellen.

Leider verstehe ich nicht so ganz, warum die Krankenkassen dieses Methode nicht als Früherkennungsmethode anerkennen, denn es sollte doch eigentlich in Ihrem Sinne sein, Krebs so früh wie möglich zu erkennen, denn dann sind auch die Behandlungskosten geringer!!!!

Ich habe mich trotzdem für diese Untersuchung entschieden und zahle sie selbst, denn meine Gesundheit ist mir definitiv 35€ im Jahr wert. Und das sollte sie Euch auch sein.

Meine Frauenärztin untersucht auch jedes Mal meine Brust, trotz der Altersbeschränkung auf 30 Jahre. Aber auch ich selbst taste regelmäßig meine Brust nach Veränderungen ab und auch das solltet Ihr machen. Ihr könnt Euch in jedem Falle von Eurem Arzt zeigen lassen, auf was Ihr zu achten habt oder Ihr schaut einfach mal auf der Seite der UKSH Frauenklinik Lübeck vorbei.

Was ich mit diesem Beitrag bezwecken möchte? Ich möchte erreichen, dass alle Frauen regelmäßig zu Ihren Vorsorgeuntersuchungen gehen auch wenn es unangenehm ist, mindestens einmal im Jahr und auf sich Acht geben. Auch wenn wir uns, hinter unserer Familie, gerne hinten an stellen, bringt es nichts, wenn wir krank werden und nicht mehr für sie da sein können.

 

Quellen: Krebsinformationsdiest , Krebsregister des Robert Koch Instituts

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4 Comments

  • Reply Nadine 31. Januar 2017 at 12:09

    Toller Beitrag und ich bin ganz deiner Meinung. Was sind schon 35 € für die eigene Gesundheit?
    Und der Zeitaufwand, einmal im Jahr zur Vorsorge zu gehen ist ja sehr gering. Ich selbst habe mich bei meiner Krankenkasse kostenlos registriert um jedes Jahr daran erinnert zu werden, dass es Zeit ist einen Termin zu vereinbaren. Das mach ich auch dann immer direkt. So vergessen ich es nicht. 😉
    LG

    • Reply lotti 31. Januar 2017 at 14:34

      Darf ich fragen bei welcher Krankenkasse Du bist? Da werde ich direkt mal bei meiner Krankenkasse fragen, ob die das auch anbieten.
      Liebe Grüße

  • Reply Christin 31. Januar 2017 at 19:01

    Haha, wie witzig, war gerade heute da! Und auch ich lass einmal im Jahr den Ultraschall mit machen! Und da ich mir nun auch eine KupferSpirale einsetzten lassen habe ist es für mich die nächsten Jahre selbstverständlich auch Pflicht das weiter machen zu lassen um zu sehen ob alles in Ordnung ist!

  • Reply Katja (Mamatized.com) 1. Februar 2017 at 9:29

    Ja das ist verdammt wichtig! Auch ich habe dazu kürzlich einen Beitrag geschrieben. Denn mit dem PAP Test hat alles angefangen und nun bin ich froh, dass ich auf Grund der Schwangerschaft damals beim Arzt war.
    https://www.mamatized.com/2017/01/12/2474/

    Liebe Grüße
    Katja

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