Lifestyle

Hormonschleuder Mama

21. April 2016

Emotionen können unterschiedlichster Art sein. Freude, Trauer, Angst, Stolz… um nur einige zu nennen. Schon immer war ich ein sehr emotionaler Mensch und meine Gefühle gerieten oft ins Extreme, aber ich konnte es immer gut vertuschen und mir nicht anmerken lassen. Meine Selbstbeherrschung war gut. Genau, war gut…. Seit der Schwangerschaft bin ich eine absolute Hormonschleuder geworden.

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Ich gebe jetzt einfach mal den Hormonen die Schuld, denn was soll sonst der Auslöser gewesen sein. In der Schwangerschaft waren meine Launen sehr wechselhaft, von „alles ist super, ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ bis zu „alles ist doof, ich will mein altes Leben wieder zurück und einfach nur arbeiten“ war alles dabei. Für meine Umwelt nicht gerade leicht und im Nachhinein tut es mir auch super Leid, vor allem mein Mann musste sehr unter meinen Launen leiden. Aber er war immer sehr verständnisvoll und nie böse.

Mit der Geburt kamen dann neue Höhen und Tiefen, die Hormone spielten nochmal total verrückt. Meine Gedankenwelt war wirr und unsortiert, ich konnte mich schlecht auf eine Sache konzentrieren, da so viele Gedanken in meinem Kopf schwirrten. Auch zu diesem Zeitpunkt waren meine Emotionen sehr ambivalent. Ich konnte in einem Moment der glücklichste Mensch der ganzen Welt sein, der alles hat, was er je wollte. Im nächsten Moment war ich mir unsicher, ob wir das richtige getan hätten mit der (bewuststen) Entscheidung für ein Kind. Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Kind und habe es immer getan, aber in manchen Situationen habe ich mir mein altes Leben zurück gewünscht.

Nach ein paar Monaten konnte ich mit meinen Gefühlen langsam wieder umgehen und übte mich wieder in Selbstbeherrschung und hatte es wirklich wieder im Griff. Nach 6 Monaten kam dann nochmals eine Hormonumstellung, schließlich waren die Hormone wohl wieder im „Normalzustand“, so habe ich mich anfangs auch wieder echt gut gefühlt. Dann kam die Heulphase und die hält bis heute an.

Nah am Wasser gebaut sein kenne ich ja bekanntlich schon, aber so etwas wie jetzt habe ich noch nie erlebt. Bei kleinsten Auslösern fange ich an zu weinen. Überwiegend sind es schöne Momente, die mich zum weinen bringen. Wenn Emil einen Fortschritt macht fange ich an vor stolz zu weinen. Wenn ich meine beiden Männer beim Spielen oder kuscheln beobachte, könnte ich heulen wie ein Schlosshund. Wenn ein „erstes Mal“ passiert (und die Mamis wissen, dass es davon im ersten Jahr besonders viele gibt) weine ich, weil ich einfach glücklich bin. Wenn Emil mir in die Augen guckt (ich wünschte manchmal, ich könnte diese großen Augen mit euch teilen) und mich im Gesicht berührt, ganz sanft, dann kullern mir Tränen runter. In dieser Sekunde, wenn ich beim Schreiben an all diese tollen Momente denke, die ich bisher mit meiner kleinen Familie erleben durfte liegt eine Packung Tempos neben mir…leer.

Als Mama ist man verletzbarer und angreifbar, ich denke deshalb sind wir (ich spreche jetzt einfach mal von uns allen) so emotional und hey, das ist okay so. Ich weine vor Glück und was gibt es schöneres als immer wieder daran erinnert zu werden, wie glücklich man doch ist.

Ob sich das nochmal ändert? Ich weiß es nicht, aber wir werden es sehen und ich werde Euch auf dem laufenden halten.

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1 Comment

  • Reply Katharina 25. April 2016 at 11:21

    Wie immer sehr schön geschrieben und ich finde mich darin absolut wieder 😀

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