Gedanken

Eine schwere Last auf meinen Schultern – Mein schlechtes Gewissen

13. Dezember 2017

Wie der Titel schon sagt, liegt eine schwere Last auf meinen Schultern. Seit einiger Zeit hat sich ein Gefühl in mir breit gemacht, zu wenig für meinen Sohn da zu sein. Schlechtes Gewissen macht sich breit.

Ich arbeite nun schon seit über einem Jahr wieder in meinem alten Beruf als Gesundheit- und Krankenpflegerin und nach wie vor mag ich ihn. Jedoch gab und gibt es immer wieder Phasen, in denen mir alles zu viel wird und ja, das gebe ich offen zu. Ich bin auch nur ein Mensch.

Nach einem Jahr Elternzeit war ich wirklich froh, wieder arbeiten gehen zu können und habe die Zeit, in der ich mein Kopf benutzen muss, sehr genossen. Das mach ich auch immer noch. Mittlerweile jedoch mit einem bitteren Beigeschmack.

Vor wenigen Monaten fing es an, dass ich dachte, ich bin zu wenig für meinen Sohn da. Und wenn ich da war, dann war ich nicht wirklich anwesend. Der Schichtdienst hat nun mal auch seine Nachteile. In einer Nachtdienst-Phase ist mit mir einfach nicht viel anzufangen und wenn ich mehrere Frühdienste am Stück habe, dann schlaucht auch das natürlich. Es gibt halt keinen Moment der Ruhe und dann kommt auch noch der extreme Schlafmangel hinzu. Da ist die Laune dann auch mal auf dem Tiefpunkt.

Auch, wenn ich immer wieder versuche voll und ganz für Emil da zu sein und meine Müdigkeit versuche zu vergessen, zeigt mir Emil ganz deutlich, dass ich eben nicht voll da bin. In den Zeiten, in denen ich viel arbeite ist er sehr anhänglich und will mich am liebsten nicht loslassen.

Gerade, wenn ich morgens schon vor meinen beiden Männern das Haus verlasse und das mehrere Tage am Stück, ist es für mich tatsächlich am Schlimmsten. Innerlich zerreißt es mich, dass ich meinem Kind nicht einen Guten Morgen wünschen kann und ihn in den Kindergarten bringen kann. Wenn ich dann, so wie jetzt, wieder jeden Tag zuhause bin, weil ich Urlaub habe, ist es sehr schwierig für Emil, sich von mir zu trennen. So sind die Abschiede morgens im Kindergarten alles andere als leicht. Sobald ich weg bin, ist alles gut, das versichern mir die Erzieherinnen jedes Mal und wenn ich ihn mittags abhole, will er am Liebsten noch dort bleiben und spielen.

Ich weiß, dass ich an dieser Situation nicht viel ändern kann, aber ich muss es mir jetzt einfach mal von der Seele schreiben.

Das schlechte Gewissen ist nun ein kleiner Teil von mir, was wohl jede working-Mom kennt. Neben der ständigen Angst und Sorge um das eigene Kind, eine Last, die wohl für mich am schwersten wiegt. Und so versuche ich nun, auch im stressigen Arbeitsleben Ruhe für Emil und mich zu finden und ja, mein Haushalt leidet enorm darunter, aber das ist es mir wert.

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply Tini 13. Dezember 2017 at 15:53

    Oh ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut! Und auch diese Anhänglichkeit und getrotze dann von Leonie!

  • Reply Jessica 30. Dezember 2017 at 14:32

    Erstmal möchte ich dir sagen, dass ich deinen Blog sehr gerne lese und dich auch bei Instagram gerne ‚verfolge‘. Ich bin auch Gesundheits- und Krankenpflegerin, aktuell schwanke ich zwischen, ich will sofort arbeiten gehen und ach komm genieß es bis Oktober noch. Arbeitest du 100%? Ich stell es mir aktuell noch total schwierig vor, Arbeit und Kinder zu vereinen. Nachtdienst ist machbar, aber ohne Großeltern würde es sicher nicht gehn.
    Ich hoffe dein schlechtes Gewissen verlässt dich bald 😉

    • Reply lotti 5. Januar 2018 at 15:26

      Hallo liebe Jessica, vielen Dank zunächst mal für deinen Kommentar und Dein Kompliment 🙂
      Ich arbeite 25 Std/Woche und bin damit eigentlich auch ganz zufrieden. Ich mag das Arbeiten ja sehr und genieße es auch mal wieder etwas für den Kopf zu tun.
      Gerade der Nachtdienst fällt mir jedoch zunehmend schwer, da ich den Schlaf einfach nicht aufholen kann, den ich versäume. Aber gut, da mussten nun schon so viele andere durch und auch ich werde das meistern 😉
      Ganz liebe Grüße

    Leave a Reply

    *