Baby

Baby: Fast 6 Monate Emil

9. Februar 2016

Ein halbes Jahr ist er nun bald alt, ein halbes Jahr voller Tränen, Lachen, Angst, Freude…. Gefühlschaos!!!

Ich habe ja schon hier über die Illusion eine perfekte Mutter sein zu wollen berichtet und meine Gefühle beschrieben. Einige Zeit später kann ich nun ein bisschen erläutern, wie es mir ergangen ist und was sich verändert hat.

Ich habe meine Einstellung komplett (Ja okay, nicht immer zu 100%) geändert und gehe entspannter an den Tag heran. Jeder Tag ist ein neues Kapitel in meinem persönlichen Buch, alles kann, nichts muss passieren.
Mit dem Tag, als ich mir endlich eingestanden habe, dass es so nicht weiter gehen kann und ich an mir arbeiten muss, ist hier ein Rhythmus entstanden. Ein Rhythmus der zwar regelmäßig wieder durcheinander gebracht wird (Emil ist halt noch sehr klein), aber wir können behaupten, wir haben es geschafft uns allmählich anzunähern.

Ja, viele halten mich bestimmt für eine schlechte Mutter, wenn ich sage, ich fange jetzt erst an mein Kind zu verstehen und so langsam habe ich mich in meine Mutterrolle eingefunden, aber seien wir mal ehrlich, keine Frau wird als Mutter geboren und auch wenn man 9 Monate Zeit hat, sich darauf einzustellen, kommt es doch sowieso ganz anders, als man es sich vorgestellt hat.

Als der Knoten bei mir geplatzt ist, haben wir von einen auf den anderen Tag ganz neu angefangen und uns erstmal kennengelernt. Ich habe begonnen Emil zu verstehen und er mich. Wir sind ein Team geworden und darauf bin ich unheimlich stolz, denn ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, meine Mutterrolle so sehr zu lieben.

Wir beginnen unseren Tag ganz entspannt, mit einem Kaffee im Bett, Emil neben mir turnend und brabbelnd. Früher bin ich morgens aufgesprungen, als mein Mann aufstand, damit ich mich zackig fertig machen konnte, weil Emil ja in Kürze meine volle Aufmerksamkeit braucht. Nun sehe ich das alles eher gelassen. Hey, wenn meine Haare noch sauselig sind, ich ungeschminkt bin, dann ist das eben so. Solange ich in der Früh keine Termine habe ist es doch egal. Emil interessiert es mit Sicherheit nicht, wie ich Zuhause rumlaufe.
Also wird das erste Vormittagsschläfchen von Emil genutzt, um mich in aller Ruhe fertig zu machen.

Während es vor kurzer Zeit noch wirklich ein Kampf war, Emil zum schlafen zu bekommen (Maxi Cosi war dafür unumgänglich), lege ich ihn nun in meinen Arm, sein Kopf ganz eng an meinen Körper und wiege ihn kurze Zeit, bis er einschläft. Dabei verdrücke ich jedes Mal ein kleines Tränchen, weil ich so unendlich stolz bin. Stolz auf ihn, dass er mir so vertraut und stolz auf mich, dass ich nicht aufgegeben habe.

Unser Tagesablauf ist immer unterschiedlich, aber wir gönnen uns viel Zweisamkeit, denn so lernen wir uns jeden Tag besser kennen und lieben. Man verzichtet vielleicht auf vieles, vorerst, aber dafür bekomme ich was ganz besonderes zurück, was mir keiner nehmen kann. Wir machen uns keinen Stress, wenn der Geschirrspüler noch voll ist, dann ist das halt so. Spielen und kuscheln bringt doch eh viel mehr Spaß. Wer braucht schon ein sauberes Glas, wenn man auch aus der Flasche trinken kann 😉

Natürlich gibt es immer noch Tage, an denen möchte man hinschmeißen, aber diese Tage sind deutlich weniger geworden und meine Geduld sehr viel besser, so dass ich einfach sage…hey, morgen wird es wieder besser!

Jetzt sind Emil und ich Mutter und Sohn, die einander verstehen, sich vertrauen und lieb haben. Ich habe endlich das Gefühl, dass ich ihm gut tue und er mir. Er zeigt mir immer öfter, dass er zu mir möchte und nicht zu irgendwem. Manchmal kann nur ich ihn trösten, ihm ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und deutlich machen, die Welt ist gar nicht so schlimm. Das ist das größte Gefühl für mich.

Das erfüllt mich und jetzt kann ich sagen, ich bin angekommen. Mit Leib und Seele Mama eines kleinen fröhlichen Jungen, der seinen eigenen starken Willen hat und immer ein neckisches Grinsen auf dem Mund hat.

Manchmal dauert es eben länger sich kennenzulernen, einander zu verstehen und zu vertrauen. Aber dafür hat es bei uns jetzt so richtig gefunkt. Man kann sagen, es war Liebe auf den zweiten Blick, aber doch so intensiv wie die auf den ersten Blick.

Ich bin froh sagen zu können, ich bin glücklich!!!

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2 Comments

  • Reply Lamia Le Hárras 9. Februar 2016 at 19:02

    Sehr schöne Worte. In manchen habe ich mich wieder gefunden. Auch ich mache mir kein Stress mehr und gehe alles langsamer an. Ich denke das wir das auf unsere Kinder übertragen haben.
    Ganz liebe Grüße
    Lamia
    http://www.lamiasfashiondiary.blogspot.de

  • Reply Karriereknickerin 10. Februar 2016 at 16:46

    Schön, dass es bei euch endlich gefunkt hat! Find's echt toll, dass du so ehrlich schreibst. Das hilft bestimmt vielen Müttern, denen es ähnlich geht. Und was die Tage angeht an denen einem alles zu viel wird, die hat jeder. Aber davon darf man sich nicht unterkriegen lassen. Mit der richtigen Einstellung meistert man (irgendwie) auch diese.

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